23 Feb 2008
Nach einem ergiebigen Mahl ging ich mit meinen Hunden auf einen kleinen Spaziergang. In Thailand ist die Trockenzeit eingebrochen und das Steppengras stöhnte im knusprigen Braun der Sonne entgegen. Destination war ein kleiner Teich, der nur unweit von unserem Haus lag. Ich entschied, nicht den üblichen Weg durch die Weide einzuschlagen, sondern durch die etwas schattigere Baumallee zu spazieren. Auf halber Strecke bemerkte ich, dass meine Hunde aufgeregt und entschlossen einen Busch ansteuerten - das ist nie ein gutes Zeichen, zumal meine Haustiere den Charakterzug aufweisen, in Schlüsselsituationen nie das zu tun, was ihnen befohlen wird - das haben sie wohl von mir. Ich lief in hastigen Schritten zum Busch des Geschehens und meine Vorahnungen hatten sich bewahrheitet, als [weiter lesen ...]12 Feb 2008
Sie sucht mich jede Nacht auf, steht vor meiner Schlafzimmertür und klopft lautlos an. Ich bitte sie nicht herein und doch findet sie immer Einlass in meine Gedanken. Langsam nähert sie sich meinem Bett. Das Licht, das durch die hauchdünnen Vorhänge der Nacht scheint, fällt auf ihr blasses Gesicht. Sie sieht verwahrlost aus, dieses Mädchen mit zerzausten Haaren und wortlosem Ausdruck. Ich wende mich zur Seite. Ich will sie nicht sehen, will sie nicht hören. Sie sitzt stumm auf meiner Bettkante und sieht mich an. Ich fahre auf und packe sie beim Handgelenk, ziehe sie näher an mich. "Ich will Ruhe von dir", sie blickt mich an und erwidert meine Bitte mit einem verständnisvollen Nicken. Doch warum ist sie hier? In der ersten Nacht waren ihre Lippen rot, ihre Stimme weich und ihre Augen vollkommen. Tage wurden zu Wochen und Wochen zogen sich zu Monaten, ein Jahr verging und unsere Begegnungen wurden wortkarg . Ich wußte nicht, warum sie noch zu mir kam. Ich wollte mit ihr reden und sie davon abbringen, so zu werden, wie die anderen. Was ist es, das sie will, dieses Mädchen? Ihre Geschichten waren voller Leben und ihre Worte voller Weisheit. Sie hat sich verändert mit der Zeit und mit mir. Ich bat sie noch ein letztes Mal um meine Ruhe. Heute Nacht gab sie mir ein Blatt Papier. Sie hat ihre Geschichte niedergeschrieben, sagte sie. Und sie werde mich nicht mehr besuchen.31 Jan 2008
Das umfunktionierte Fischerboot hatte allerlei Schnorchelutensilien an Bord und ich genoss die Aussicht, die sich mir bat, als wir hinausfuhren und das Meer alle paar Minuten seine Farbschattierungen änderte. In knapp 20 Minuten erreichten wir die Mini-”Insel”, die ein paar Kilometer vor der Küste lag. Die Insel ragte verlassen und schroff aus dem Meer.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich am genetischen Defizit der Multitaskunfähigkeit leide. Als mir der Kapitän ein paar Flossen anbat, habe ich geistesabwesend und dankend abgelehnt, weil ich gerade dabei war meine Kamera rauszukramen um die Insel abzulichten. Da ich aber dieses Mal sowieso nicht vor hatte mich weit weg vom Boot zu entfernen, erschien mir die Flossenfreiheit als gar nicht so abwegig. Allein der Blick vom Bootrand zeigte mir, dass die Korallen farblos und müde aussahen, was mich traurig stimmte. Die Fauna war alles andere als menschenscheu. Ein Schwarm von Fischen umzingelte unser Boot, anscheinend daran gewohnt, von Menschenhand gefüttert zu werden. Ich versuchte, synchron zum Boot schaukelnd, ein paar Aufnahmen zu machen bevor ich mich zu den Fischen gesellte. Etwas skeptisch sah ich auf die Einwegkamera für Unterwasseraufnahmen (ohne Blitz, ohne Zoom, ohne nichts), die ich vor kurzem gekauft hatte. Ob’s was taugen würde? Für die paar Euros sollte ich mir nicht allzuviel erhoffen.

Und ab ging es in die Unterwasserwelt. Ohne Flossen, aber dafür mit Kamera. Es brauchte nicht einmal 2 Minuten unter Wasser um mich von meinem Vorhaben abzubringen nur Fotos zu schießen und nicht allzu weit vom Boot abzudriften. Die Fische tanzten und turnten im schönsten Unterwasserballet an mir vorbei, und ich planschte ihnen nach. 30 Minuten und 15 Fotos später stellte sich heraus, dass der Wind und somit die Strömung sichtlich zugenommen hatten. Der “Rückweg” zum Boot gestaltete sich ohne Flossen so angenehm wie eine Bergwanderung mit 10 Extra Kilo Gewicht auf den Oberschenkeln.
!UPDATE! Eine Woche später bekam ich die Fotos zu Gesicht und war überrascht darüber, dass ein paar Aufnahmen sogar zu gebrauchen waren! Eigentlich genau 2. Alles, was tiefer als 5 Meter unter der Wasseroberfläche lag war kaum bis gar nicht zu erkennen. Hier die gescannten Fotos:

Wo ist oben, wo ist unten?

Wunderbar
Aber nächstes Mal werden wohl doch die Flossen Vorrang haben.

29 Jan 2008
Meine Mutter hegt eine Faszination für rosa Kitsch und es fängt an, mir Angst einzujagen. Jedes Mal wenn ich aufs Klo gehe, werde ich mit einem Schild begrüßt, das ein kleines Mädchen zeigt, welches einen Obstkorb trägt. Ich habe keine Ahnung, warum die Macher dieses Schildes den Gang zur Toilette ausgerechnet mit kleinen obstkorbtragenden Mädchen verbinden.
Was würde Freud dazu sagen? Es muss tiefenpsychologische Erklärungen dafür geben, oder die Vollkoffer haben nur Kitchen mit Toilet verwechselt und dieser Fehler ging in die Massenproduktion über. Was auch immer es war, dieses Schild animiert mich nicht gerade dazu, mein tägliches Geschäft zu verrichten. Meine Mutter findet es belustigend. Für mich ist es eine psychische Belastung.
!UPDATE! Doch die Faszination Kitsch beschränkt sich nicht nur auf dekorative Schildchen mit irreführenden Illustrationen. Es reicht jetzt schon so weit, dass sogar unsere elektronischen Haushaltsgeräte der Verrosarung zum Opfer fallen:







